Archiv


Gottesdienst am Kirchweihsonntag -
Oktober 2024
„Die Pfarrkirche erhält eine neue Figur und einen barrierefreien Zugang"
Der Kirchweihsonntag, ein Festtag, an dem in besonderer Weise der Weihe unserer Kirchen gedacht wird, war ein gut gewählter Zeitpunkt, um eine neue Figur für unsere Pfarrkirche ihrer Bestimmung zu übergeben. Sie stellt Maria Magdalena dar, die zur Patronin der neuen ins Leben gerufenen Pfarreiengemeinschaft "Maria Magdalena im unteren Regental" mit den Gemeinden, Regenstauf, Diesenbach, Zeitlarn und Ramspau, ernannt wurde.
Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes segnete Pfarrer Josef Schießl die von dem Künstler Hubert Brickl geschaffene Figur aus massivem Lindenholz. Wenn sie sie farbig gefasst ist, erhält sie
ihren Platz an der Säule gegenüber der Kreuzigungsgruppe mit der Schmerzensmadonna.
In ihrer Festpedigt knüpfte Gemeindereferentin, Manuela Buchhauser an das zuvor verkündete Evangelium des Johannes an. Dort wird berichtet, wie Maria Madalena als erste dem Auferstandenen begegnet, den sie erst erkennt, nachdem er sie mit ihrem Namen angesprochen hat. Mit den Worten: - „Geh zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Gott und eurem Gott.“ - macht Jesus sie zur Botin der Auferstehung.

Wer ist nun die Person, die mit
dem Namen "Maria Magdalena" verbunden wird?

Maria stammte aus dem Ort Magdala, einer Hafenstadt
am See Genesareth.

Sie ist nicht mit der Sünderin
identisch, die Jesus die Füße salbte, sondern gehörte zum engsten Kreis seiner Jünger.

Mit anderen Frauen
stand sie unter dem Kreuz
und hielt auch dann noch aus,
als sich alle Apostel
außer dem Lieblingsjünger Johannes schon längst entfernt hatten.

Als treue und mutige Jüngerin
wirkte sie nach dem Tod Jesu
an der Salbung des Leichnams mit
und kümmerte sich auch weiterhin
um die Belange
der jungen Gemeinde.





Figur der neuen Patronin "Maria Magdalena"
im festlich geschmückten Altarraum
der Pfarrkirche


Frau Buchhauser verschwieg nicht, dass die Kirche Maria Magdalena nach wie vor nicht als Apostelin anerkennt. Sie wies aber darauf hin, dass man in der Bibel andere Vorstellungen finden kann, die Maria Magdalena durchaus die Eigenschaften eines Apostels oder einer Apostelin zuerkennen.
So ist zum Beispiel für den Apostel Paulus eine Erscheinung des Auferstandenen mit dem Auftrag zur Verkündigung entscheidend dafür, ob man Apostel, d.h. „Ausgesandte“ oder "Ausgesandter" ist. Mittlerweile ist bekannt, dass er auch Junia, eine weitere Frau aus der jungen christlichen Gemeinde dem Kreis der Apostel zurechnete.
In jüngster Zeit verlieh Papst Franziskus unserer Patronin die Würde einer "Apostelgleichen" ("Apostola Apostolorum") und seit 2016 gilt ihr Gedenktag am 22. Juli in der katholischen Kirche als Fest.


 

Gemeindereferentin Manuela Buchhauser stellte
der Gemeinde die neue Patronin vor.


Es ist gut, so bewertete
Frau Buchhauser abschließend
die Entscheidung für die Patronin
der neuen Pfarreiengemeinschaft,
dass diese glaubensstarke und
treue Jüngerin nun einen Platz
in unserer Kirche finden wird.
Ihr Vorbild könne gerade
in unserer Zeit dazu ermutigen,
gemeinsam Verantwortung
für eine geschwisterliche Kirche
zu übernehmen,
und es möge dazu beitragen,
dass auch Frauen in Zukunft
"tragende Säulen der Kirche
sein können, ja müssen
".

Zu diesem Befund passt ein Zitat aus der Feder von Kardinal Franz König, das die Gemeindereferentin zuletzt noch anführte: "Ich träume von einer Kirche, die nicht ängstlich mauert, sondern voll Vertrauen auf ihre Mitte, Jesus Christus, auch neue Wege wagt; in der miteinander gesprochen wird, nicht übereinander; in der eine kleine Herde auf dem Weg ist, „ein Herz und eine Seele“ zu werden."
Um den festlichen Charakter dieser besonderen Messfeier zu unterstreichen, hatte unser Kirchenchor die durchaus anspruchsvolle Acapella-Messe in G-Dur von Josef Rheinberger einstudiert und zu Gehör gebracht.
Während Pfarrer Schießl zusammen mit Gemeindereferentin Buchhauser die Figur der Maria Magdalena segnete, konnten die Gottesdienstbesucher die Erstaufführung eines neuen Liedes verfolgen.

Die Leiterin des Kirchenchores,
Frau Sabine Lautenschlager
hatte eigens für diesen Anlass
ein Lied zu Ehren der neuen Pfarrpatronin komponiert.
Zu Beginn wechselte die Melodie
zwischen Abschnitten mit Männerchor und Frauenchor hin und her, so als würden sie wie
in einem Frage- und Antwortspiel
den Dialog zwischen
dem Auferstandenen und Magdalena am Ostermorgen wiedergeben wollen.


  

Segnung der neuen Figur durch Pfarrer Schießl


Am Ende des Wortgottesdienstes trugen Frau Elisabeth Kusche und Frau Christine Auburger-Sigwanz die Fürbitten vor.
Als Mitglieder des Sachauschusses "Gemeindekatechese" hatten sie zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen den Gottesdienst vorbereitet.
Zuletzt wurde auch noch der barrierefreie Zugang zur Pfarrkirche eröffnet.
Die mit Naturstein verkleidete Rampe, die sich am hinteren Ausgang der Kirche befindet, soll vor allem gehbehinderten Menschen einen sicheren Zugang zum Gotteshaus ermöglichen.
Wegen der komplizierten Bauvorschriften und der Anpassung an das denkmalgeschützte Gebäude waren die Planungen nicht einfach und zogen sich daher etwas in die Länge.
Aber jetzt herrscht allgemein Freude und Zufriedenheit über das gelungene Ergebnis.


Der barrierefreie Zugang ...



... wird von Pfarrer Schießl gesegnet.





Michael Niederle und seine Partnerin
unterhalten die Gäste.

Der Festtag fand seine Fortsetzung
im Pfarrheim, wo man sich
nach dem Gottesdienst
zu einem geselligen Beisammensein traf.
Dort hatten fleißige Hände
für die Gäste Bratwürstl oder
als vegetarische Alternative
eine Portion Obazdn mit einer Breze vorbereitet.

Für die Unterhaltung sorgten
Michael Niederle und seine Partnerin
mit lustigen Liedern und Einlagen
zu witzigen Begebenheiten.

Text: pz, (Gemeindereferentin Manuela Buchhauser); Bilder: Stefanie Grünauer, Peter Czommer, pz