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Patrozinien in Laub und Zeitlarn – August 2024 |
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Patrozinium der Filialkirche „Maria zur Guten Heimkehr“ Laub |
Am 15. August, dem Hochfest "Mariä Aufnahme in den Himmel" hatte sich trotz des sommerlich schwül-heißen Wetters eine große Zahl von Gläubigen in der Kirche "Maria zur guten Heimkehr" in Laub eingefunden, um zusammen mit Pfarrer Schießl und Gemeindereferentin Manuela Buchhauser das Patrozinium des Gotteshauses im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes zu feiern. |
![]() Wer genau hinsieht, bemerkt, dass die Kugel in die Krone der Figur eingearbeitet ist. |
Ihren Namen,"Unsere liebe Frau von der guten Heimkehr", erhielt die Kirche durch eine Anregung ihres Erbauers, Pfarrer Steindl. Der Titel hat mit der Familiengeschichte des früheren Zeitlarner Pfarrers zu tun. Sein Vater, der im Ersten Weltkrieg als Soldat in Frankreich eingesetzt war, rettete eine Marienstatute aus einer zerstörten Kirche, die er danach in einem Koffer mitnahm. Während eines Zusammenstoßes mit dem Gegner schlug eine Kugel in den Koffer ein und blieb in der Madonna stecken. Der Vater selbst blieb verschont und schenkte die Figur nach seiner gesunden Heimkehr seinem Sohn, der ihr in der neu erbauten Kirche im linken Seitenaltar einen Ehrenplatz zuteilte. |
Den unter dem Pontifikat Pius` XII formulierten Glaubenssatz, dass die Gottesmutter nach ihrem Tod mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde, deutete Pfarrer Schießl in seiner Predigt als Geschenk Gottes. Er belässt Maria nicht im Tod, sondern nimmt sie als ganzen Menschen zu sich in sein Leben hinein. Als "Urbild des Glaubens", wie die Kirche sie nennt, ist Maria ein Vorbild für uns. An ihr könnten wir ablesen, was Gott mit uns vorhat. Weil er uns Menschen liebt und zwar den ganzen Menschen, mit seinen guten Seiten, aber auch mit seinen Schwächen dürften wir darauf vertrauen, dass er uns ganz und gar bei sich haben will. Mit unserem Leib und unserer Seele wird er uns in den Himmel aufnehmen. |
![]() Altargestaltung mit großem Kräuterbuschen |
An diesem Tag, so stellte er abschließend fest, feiern wir letztlich unsere Hoffnung, unser eigenes Ziel. "Wir feiern, dass wir leben dürfen unter einem offenen Himmel – in den eine schon hineingelangt ist, eine von uns, Maria, das Mädchen aus Nazareth – unsere Schwester und Mutter. Und vor allem feiern wir den, der diesen Himmel weiter offenhält: Unseren Herrn und Gott." |
Zum Brauchtum,
das an diesem Tag gepflegt wird,
gehört,
dass im Gottesdienst Kräuterbuschen gesegnet werden. Der Legende nach waren die Apostel, als sie am leeren Grab Mariens standen, von einem Duft aus Rosen und Lilien, vermischt mit dem Duft von Heilkräutern umgeben. So hat es sich eingebürgert, dass in der Zeit zwischen Mariä Himmelfahrt und Mitte September Frauen diese Heilpflanzen gesammelt haben, um ihre Familien damit zu versorgen. In der Sommerzeit haben die Heilkräuter besonders viele Inhaltsstoffe angereichert. Die Anzahl der Kräuter und ihre Zusammensetzung in einem Strauß kann variieren. Meist werden aber Heilkräuter wie, Rosmarin, Salbei, Wermut, Minze, Arnika, Kamille, Basilikum oder Spitzwegerich verwendet. |
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Frau Grünauer, setzt sich für die Pflege dieses Brauchtums |
und den damit verbundenen wohltätigen Zweck ein. |
![]() Verkauf der Kräuterbüschl vor dem Gottesdienst. |
Auch in diesem Jahr haben die Frauen des "Christlichen Frauen- und Müttervereins" zusammen mit Frau Stefanie Grünauer Blumen und Kräuter gesammelt, zu Kräuterbuschen gebunden und diese gegen eine Spende zum Verkauf angeboten. Der Erlös soll dem Verein SINDISO e.V. zugute kommen. Ein herzlicher Dank gilt allen, die für diesen guten Zweck ihre Zeit und ihre Arbeitskraft eingesetzt haben. |
An dieser Stelle soll auch den Sängerinnen und Instrumentalistinnen recht herzlich gedankt werden, die mit ihren Beiträgen für
den festlichen Rahmen des Gottesdienstes sorgten. Unter anderem brachte Frau Sabine Lautenschlager, solistisch und zusammen mit zwei weiteren Sängerinnen im Trio, Teile des alten lateinischen Hymnus "Ave maris stella" ("Sei gegrüßt, du Stern des Meeres, erhabene Mutter Gottes ... GL Nr. 520) aus der Marienvesper von Claudio Monteverdi (1567-1643) zu Gehör, begleitet von Frau Beate Reuter an der Orgel. |
Patrozinium der Pfarrkirche Zeitlarn – St. Bartholomäus |
Im August feiert die Pfarrgemeinde ebenfalls das Patrozinium ihrer Hauptkirche in Zeitlarn, die dem Heiligen Bartholomäus geweiht ist. |
Unser Pfarrpatron war unter den Aposteln eher ein Unbekannter, ein Mann aus der zweiten Reihe, so würde man ihn, wie es Pfarrer Schießl in seiner Predigt formulierte, heutzutage einordnen. Entscheidend sei aber nicht, was über seine Taten überliefert ist. Es zählt allein die Tatsache, dass sich Bartholomäus mit seiner ganzen Persönlichkeit der Nachfolge Jesu verschrieben hat, in die er als Apostel berufen wurde, bis hin zum Martyrium, das er auf sich nahm. |
![]() Figur des Apostels Bartholomäus mit den Attributen Messer und Buch. |
![]() Blumenschmuck in der Pfarrkirche |
Bartholomäus gehörte also durch seine Berufung zum Apostel unzweifelhaft zu Jesus. Diese einfache Feststellung ist aber, so Pfarrer Schießl, zugleich eine Anfrage an uns. Gehöre ich zu Jesus? Kann ich mich darauf einlassen, seine Ideen, den Glauben weiterzugeben? Auch darauf finden wir in der Berufungsgeschichte des Bartholomäus/Natanael eine Antwort. Er, der ein nachdenklicher und kritischer Geist war, ließ sich von Philippus einladen, Jesus kennenzulernen und seine Zweifel hintanzustellen. So konnte er sich nach und nach auf Jesus und seine Botschaft einlassen und so zum Glauben kommen. |
Text und Bilder: pz; Quellen: br.de/br-fernsehen/sendungen/querbeet/gestaltungstipps/08-maria-himmelfahrt-illerbeuren-kräuterbuscen100.html; katholisch.de/artikel/1010-sieben-kraeuter-muessen-es-sein; Kirchenführer, Zeitlarn-Regendorf-Laub, S.26-27; |
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